Ikigai – vier Säulen für ein erfülltes Leben

Ikigai (aus dem Japanischen 生き甲斐), lässt sich frei übersetzen als „die Freude und der Lebenssinn“ bzw. „das, wofür es sich zu leben lohnt“. Es ist ein Konzept, das die Schnittmenge von dem sucht, was man liebt, gut kann, was die Welt braucht und wofür man bezahlt wird. Dabei geht es weniger um eine große Erkenntnis oder einen Karriereerfolg, sondern um einen dynamischen Prozess, der einen im Leben und Alltag leitet, den Weg einzuschlagen, der einen erfüllt.

Dieser Artikel erklärt, was hinter den vier Säulen und den zehn Regeln steckt und wie erste kleine Schritte nach der Suche des persönlichen Ikigai aussehen können.

Welche vier Säulen hat Ikigai?

In der modernen Interpretation basiert Ikigai auf vier Bereichen, die ineinander übergehen und in ihrer gemeinsamen Schnittmenge den Lebenssinn ergeben. Diese Felder sind aber nicht starr, sondern können frei interpretiert werden und sich auch im Laufe des Lebens ändern. Sie dienen eher als Anregung zur Selbstreflexion, die uns zeigt, wie wir ein erfülltes Leben erreichen können.

1. Was du liebst

Diese Säule beschreibt die Tätigkeiten, die du spannend findest oder die dir Spaß machen. Dinge, Orte oder Personen bei denen du die Zeit vergisst, weil du komplett im Moment aufgehst. Es können große Leidenschaften sein, aber auch kleine Alltagstätigkeiten. Z.B. Zeit mit Kindern verbringen, Fotografieren, Backen, in der Natur spazieren.

Wenn diese Säule fehlt, erlebt man das Leben oft als funktional. Das Leben läuft gut, aber man fühlt sich leer. (D)

Kleiner Impuls: Überlege dir, welche Aktivität dir heute wirklich gut tun würde. Nicht, weil die Medien oder die Gesellschaft das sagen, sondern weil du glücklich bist.

2. Worin du gut bist

Hier geht es um deine Fähigkeiten und Talente. Diese Säule erinnert uns daran, wo wir etwas beitragen oder leisten können, ohne uns dabei zu überfordern. Vielleicht bist du gut im Fotografieren, hast ein Händchen für Gartenarbeit oder kannst gut mit Tieren umgehen.

Wenn diese Säule schwach ausgeprägt ist, sind wir zwar voller Tatendrang und Begeisterung für das Leben, fühlen uns aber schnell unsicher (C)

3. Was die Welt braucht

In diesem Bereich geht es nicht genau darum, was du für andere tun kannst oder wie du die Welt rettest, sondern wo das, was du schon mitbringst an Talenten oder Dingen, wirklich gebraucht wird. Wo kannst du einen Beitrag leisten ohne dich verstellen zu müssen? Das kann z.B. im Tierheim sein, in der Nachbarschaftshilfe oder auch in der Politik. Fehlt dir diese Säule, stehst du zwar auf den ersten Blick gut im Leben, aber innerlich fühlen sich viele nutzlos, haben das Gefühl, dass ihr Tun nicht wirklich etwas bewirkt. (A)

Kleiner Impuls: Denke an die letzten Wochen: Gab es Situationen, in denen du dachtest, du hast jemandem geholfen, weil du konntest und wolltest, nicht weil du musstest. Wie hat sich das angefühlt?

4. Wofür du bezahlt werden kannst 

Diese Säule steht für deine realistische Grundlage, die dich durch das Leben trägt und dafür sorgt, dass dein Ikigai nicht nur inspirierend sondern auch machbar wird. Wenn diese Säule instabil ist, fühlt man sich oft gestresst, besorgt und überfordert. (B)

Kleiner Impuls: Schreibe dir drei Tätigkeiten auf, die du magst und für die du bezahlt werden kannst.

Wie finde ich mein Ikigai?

Die Schnittmenge der vier Säulen ist dein Ikigai. Da die Säulen sich im Laufe des Lebens aber ändern können, kann sich auch dein Ikigai immer wieder ändern. Indem man sich immer wieder Zeit nimmt, die eigenen Wünsche, Ziele und Potentiale zu reflektieren, findet man heraus, was einem im Moment wichtig ist.

Ikigai mit seinen vier Säulen

Die zehn Regeln des Ikigai

Da es in Japan eine Bluezone gibt, also eine Gegend in der viele Menschen lange, glücklich und gesund über 100 Jahre alt werden, wurden im Zuge der Popularität von Ikigai die Bewohner Okinawas (die Bluezone) befragt, was ihnen hilft, ein mit Sinn und Freude erfülltest Leben zu führen. Daraus entstanden folgende 10 Regeln:

  1. Bleib aktiv – Während andere in Rente gehen, verfolgen die Menschen in Okinawa immer eine Tätigkeit oder ein Hobby, das sie aktiv hält. Sie sind nie völlig untätig.
  2. Nimm die Dinge gelassen – Es gibt immer Stress im Leben. Die Kunst ist es, sich nicht von allem runterziehen zu lassen. Hierbei helfen Meditationen oder Achtsamkeitsübungen.
  3. Iss maßvoll – Die Verdauung nicht zu überfordern ist gut für ein langes Leben. Die Japaner essen oft nur etwa 80 Prozent ihres Hungers.
  4. Umgib dich mit guten Freundschaften – Ein gutes soziales Umfeld ist einer der wichtigsten Schlüssel für ein glückliches und langes Leben.
  5. Bewege dich regelmäßig – Wir sind nicht nur unser Geist. Zu uns gehört auch ein Körper, den wir in unserer digitalisierten und motorisierten Welt gerne vergessen. Für ein ausgeglichenes Selbst will aber auch unser Körper genutzt werden. Das muss kein Extremsport sein. In Okinawa betreiben viele der älteren Menschen täglich etwas Gartenarbeit.
  6. Lebe im Jetzt – Du kannst die Vergangenheit nicht ändern und die Zukunft lässt sich nur bedingt wirklich voraussehen. Darum vergiss nicht, auch an das Jetzt zu denken, denn genau da bist du und nur da kannst du tun, was dich glücklich macht.
  7. Genieße die Natur – Die Natur tut uns gut. Zwei Beispiele: Das Sonnenlicht kurbelt unsere Serotoninproduktion (Glückshormone) an, die Terpene (ätherische Verbindungen) von Bäumen senken Cortisol (Stresshormon) und stärken unser Immunsystem.
  8. Übe Dankbarkeit – Unser Geist ist so eingestellt, dass er uns vor allem die schlechten Dinge zeigt. Das ist ein Überlebensinstinkt, der uns hilft, Schwierigkeiten zu lösen. Aber dadurch übersehen bzw. vergessen wir schnell die schönen Dinge im Leben. Jeden Tag darüber nachzudenken, wofür man dankbar sein kann, macht auf Dauer glücklicher und selbstsicherer.
  9. Lächle – Auch wenn es in schwierigen Zeiten nicht leicht ist. Aber der Geist verbindet Lächeln mit schönen Erinnerungen und lässt sich inspirieren und der Körper schüttet Glückshormone aus, auch wenn das Lächeln anfangs nicht echt war.
  10.  Folge deinem Ikigai – Das Leben wirft einem selten etwas in den Schoß, man muss meist schon etwas für sein Lebensglück tun und es im Trubel des Alltags nicht aus den Augen verlieren.

Diese Regeln sind vor allem eine Orientierung und Inspiration. Jeder kann natürlich nur für sich selbst wissen, was einen langfristig glücklich macht. Das einzig Wichtige ist, sich nicht von Zweifeln davon abbringen zu lassen.

Auf dem Weg zum Lebenstraum

Unser Wochenendseminar „Auf dem Weg zum Lebenstraum“ kann dir helfen, dein Ikigai bzw. deine Berufung zu finden und zu verwirklichen. Unser Experte und Seminarleiter Hanno Schenk unterstützt dich mit speziellen Übungen, in Kontakt mit deinem Unterbewusstsein zu treten, Blockaden zu lösen und deine innere Kraftquelle zu entdecken, die dich deine Träume leben lässt. Auch der Austausch in der Gruppe kann Dir neue Sichtweisen eröffnen und dir Mut machen, deinen eigenen Weg zu gehen.

Mehr erfahren
Finde Deine Berufung im Coachingseminar Auf dem Weg zum Lebenstraum hier an der Akademie Gesundes Leben.
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