Keto Diät – aber in vegetarisch

Viele Menschen entdecken die Keto-Diät, weil sie davon gehört haben, dass man mit Keto ganz gut abnehmen kann, dass das Energielevel über den Tag konstant bleibt, Heißhungerattacken und Mittagstiefs wegfallen oder weil sie Prädiabetes oder Diabetes haben. Die Idee hinter Keto ist recht einfach: Man verzichtet beim Essen weitgehendst auf Kohlenhydrate. Je nachdem wie streng man ist, kommt die Energie am Tag zu etwa 5-15% aus Kohlenhydraten, 70% aus Fett und 15-25% aus Protein. Durch die Reduzierung von Kohlenhydraten gibt es nach dem Essen keine starken Insulin-Spitzen mehr, der Blutzuckerspiegel bleibt stabil und so auch das gefühlte Energielevel und der Appetit.

Bei Keto denken viele an eine sehr fleischlastige Ernährungsform, dabei spielt Fleisch für den Keto-Effekt keine Rolle. Das Protein kann aus Fleisch kommen, es kann aber auch aus anderen Quellen wie Ei oder Käse stammen.

Der folgende Artikel befasst sich mit der Frage, welche Vorteile und welche Nachteile die Keto-Diät hat, für wen sie geeignet ist und wie einfach es wäre, Keto in vegetarisch oder vegan umzusetzen.

Icon
Gut zu wissen:

Die Ernährungsform Keto wurde ursprünglich nicht als Diät zum Abnehmen entwickelt, sondern als therapeutische Unterstützung bei Epilepsie. Durch den extremen Verzicht auf Kohlenhydrate geht der Körper in einen Fastenzustand über und wandelt Fett in Ketonkörper um – ein Kohlenhydrat, da das Gehirn als einziges Organ zwingend Kohlenhydrate zur Energiegewinnung braucht. Diese Ketonkörper wirken krampflösend auf das Gehirn und können so Anfälle verringern. (Diese Diät muss bei Epilepsie unter ärztlicher Begleitung erfolgen.)

Die möglichen Vorteile der Keto-Diät

Einige Menschen berichten, dass sie sich wacher fühlen, wenn sie sich keto ernähren. Ohne Kohlenhydrate bleibt der Blutzucker stabil, das verringert das Nachmittagstief nach dem Mittagessen und lässt einen wacher und energievoller bleiben. Das kann besonders für Menschen mit hohem Arbeitspensum zwischen Job, Familie und anderen To-Does hilfreich sein, wenn erholsame Pausen im Tagesplan kaum Platz finden.

Durch die gleichmäßige Energiegewinnung aus Fett bleibt der Blutzuckerspiegel beständig, bei einigen Menschen bleibt dadurch der Heißhunger aus und sie fühlen sich mental ausgeglichener. Weniger Hunger führt zu weniger Naschen und kleineren Mahlzeiten, was besonders für Menschen interessant sein kann, die abnehmen wollen.

Wichtig ist aber: Jeder Körper reagiert anders auf Keto und nicht immer hängen Müdigkeit, Gewicht oder Stimmungsschwankungen mit dem Essen zusammen. Wenn Schlafmangel, Stress oder fehlende Mineralstoffe die Ursache sind, kann das Reduzieren von Kohlenhydraten die Probleme nicht lösen.

Kleiner Impuls: Teste für dich aus, wie sich ein kohlenhydratarmes Essen für dich anfühlt. Tausche Kohlenhydrate wie Nudeln, Kartoffeln oder Reis in deinem Essen einfach gegen gesunde Fette wie Avocadeo, Nussmuß oder Oliven(öl) aus und beobachte, wie du dich zwei Stunden später fühlst. Wie müde bist du? Wie fokussiert? Was sagt dein Bauch? Verträgt er die Umstellung?

Keto-Diät kann auch vegan oder vegetarisch sein. Salate mit Avocado und viel Gemüse sowie Tofu sind gute Rezepte

Die Nachteile – und warum Keto nicht zu jedem Leben passt

Keto hat auch eine Kehrseite. Zum einen ist Keto schwer sozial vereinbar. Bei einer sehr niedrigen Kohlenhydratzufuhr fallen Standartlebensmittel wie Brot, Pasta, Obst und Hülsenfrüchte weg. Das kann schwierig werden, wenn man mit Freunden in ein Café geht, zu einer Familienfeier eingeladen wird oder in der Kantine im Büro kein eigenes Essen mitbringen darf.

Zudem ist der Einstieg nicht für alle Menschen einfach. Jeder Stoffwechsel ist individuell. Manche können schnell auf die Fettverbrennung umschalten, andere brauchen etwas länger. Kopfschmerzen, Müdigkeit und Gereiztheit können Symptome der sogenannten Keto-Grippe sein.

Neben dem persönlichen Empfinden kann auch aus ärztlicher Sicht manches gegen die Keto-Diät sprechen. Gerade wer normal- bis untergewichtig ist, Nierenthemen oder Fettstoffwechselstörungen hat, sollte vorher mit seinem Arzt oder seiner Ärztin sprechen.

Ein kleiner Impuls: Überlege dir, warum du Keto machen möchtest. Ernährungsumstellungen können anstrengend und belastend sein. Stell dir darum die Frage, wie stark es dich belasten kann und wie viel Entlastung es durch die positiven Effekte bringt.

Geht Keto auch vegetarisch oder vegan?

Manch ein Influencer im Internet hat Keto etwas falsch verstanden und die Kohlenhydrate nicht mit Fett, sondern mit Protein – genauer: mit Fleisch – ausgetauscht. Aus diesem Grund verbinden viele Menschen mit Keto Fotos von Gerichten, die vor Speck, Würstchen und Braten überlaufen. Dabei kann Keto vegetarisch und sogar vegan funktionieren. es braucht nur gute Rezepte.

Vegetarische Proteinquellen für Keto können sein:

  • Eier
  • Käse, Quark, Joghurt (fettbetont)
  • Nüsse, Samen (keine Cashew-Kerne. Die enthalten viele Kohlenhydrate)

Vegetarische Fettquellen können sein:

  • Butter
  • Avocado
  • Pflanzliche Öle
  • Nussmuß

Vegane proteinquellen für Keto sind deutlich herausfordernder, da viele Klassiker wie Linsen, Bohnen oder Hafer kohlenhydratreich sein. Geeignete Lebensmittel sind z.B.:

  • Tofu, Tempeh (etwa 1-3% Kohlenhydrate)
  • Nüsse, Samen

Kleiner Impuls: Mach dir heute eine sehr pflanzenreiche Mahlzeit. Die meisten Gemüse und Salate sind arm an Kohlenhydraten und damit ideal für Keto geeignet. Wie wäre es z.B. mit einem Salat mit gutem Öl und ein paar Kürbis- und Sonnenblumenkerne, wenn es vegetarisch sein darf, vielleicht mit einem Mozarella. Wie fühlst du dich danach? Hast du ein Mittagstief oder fühlst du dich fit?

Wie mit Keto anfangen?

Anstatt radikal von heute auf morgen umzustellen, probiere Keto mit einem sanften Einstieg aus und schau, wie es dir mit jedem Schritt geht.

Beginne z.B. erstmal mit der Reduzierung von Süßigkeiten für ein paar Tage. Lasse dann Weißmehlprodukte wie Brot oder Pasta weg und schließlich alle Kohlenhydrate. Erhöhe parallel langsam den Anteil gesunder Öle und Fette.

Der Körper liebt sanfte Übergänge, keine abrupten Revolutionen.

Fazit – Keto ist ein Mittel zum Zweck, nicht das Ziel

Keto kann eine spannende Erfahrung sein. Auf der einen Seite bekommt man vielleicht mehr Energie, erlebt weniger Heißhunger und hat ein klareres Körpergefühl. Auf der anderen Seite fordert Keto und braucht Struktur, Kommunikation und Achtsamkeit – ganz besonders in vegetarischer oder veganer Form.

Wichtig ist nicht allein die Frage, ob Keto gut für die Gesundheit ist, sondern auch ob die Ernährungsform für einen gut geeignet ist: gut ins Leben passt, im Alltag funktioniert und dem Wohlbefinden dient.

Ernährung ist deine Leidenschaft?

Werde Ernährungsberater:in (IHK) und begleite andere auf ihrem Weg zu einer gesünderen Ernährung mit Wohlfühlfaktor. Im Fokus der Weiterbildung stehen die Nährstoffe, Ernährungspsychologie, Gewichtsmanagement, körperliche und mentale Gesundheit, Fitness sowie Coaching-Kompetenzen.

Mehr erfahren
Die Weiterbildung wenn Du Ernährungscoach werden willst
Dich könnte auch interessieren
Gesund abnehmen: 12 Tipps gegen Übergewicht
Beim Abnehmen ist wichtig, dass Übergewicht auf gesunde Weise und möglichst nachhaltig abgebaut wird. Mit unseren Tipps hast Du die besten Voraussetzungen, Dein Wunschgewicht zu erreichen und zu halten. 
Zum Artikel
Ernährung und Psyche – was beeinflusst was?
Die Meisten wissen es, die Wenigsten setzen es um. Eine ausgewogene Ernährung macht uns fit, vital und stark. Junkfood im Gegensatz kann uns Kraft und Substanz rauben. Doch was beeinflusst unser Essverhalten?
Zum Artikel
Gesund ernähren mit basischen Lebensmitteln, Tipps und Trocks Gesund ernähren mit basischen Lebensmitteln
Basische Ernährung kann so einfach sein! Als Faustregel kannst Du Dir merken: fast alle Gemüse- und Obstsorten sowie Nüsse und Trockenfrüchte wirken im Körper basisch, tierische Lebensmittel wie Wurst, Fleisch und Käse bilden Säuren in unserem Organismus.
Zum Artikel
Kalender