Das Comeback der regionalen Ernährung:
Klimafreundlich essen ohne Verzicht
Immer mehr Menschen greifen wieder zu regionalen Lebensmitteln aus dem Wunsch heraus, etwas für sich selbst, die Umwelt und die Gesellschaft zu tun. Aktuelle Studien zeigen: Das Einkaufsverhalten hat sich in den letzten Jahren deutlich zu einem bewussteren Lebensmittelkonsum hin verschoben. Aber was heißt das für unseren Alltag und bedeutet regional Essen nicht einen großen Verzicht?
Warum uns regionale Lebensmittel wieder wichtiger werden
Seit einigen Jahren schon lässt sich in Deutschland der Trend beobachten, dass Menschen häufiger zu Produkten greifen, die als regional gekennzeichnet sind. Laut einer Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, Ernährungsreport 2023, S.12) spielt die Herkunft der Lebensmittel inzwischen für viele Deutsche eine wichtige Rolle. Demnach gaben 88 % der Befragten an, dass sie beim Kauf von Eiern darauf achten, dass sie aus der Region stammen, bei Obst und Gemüse waren es 87 %, bei Brot und Backwaren 81 %. Das ist ein deutlicher Anstieg im Verglich zu den Vorjahren und bringt die Regionalität damit auf ähnlichen Stellenwert wie Bio.
Die Gründe dafür sind vielschichtig. Laut der GfK/NIQ (ein Marktforschungsunternehmen, das monatliche einen Konsumklima-Index für Deutschland erhebt) nehmen Verbraucher in 2025 regionale Lebensmittel als frischer, gesünder und umweltfreundlicher wahr.
Die Vorteile regionaler Lebensmittel:
- Umweltschutz und Klima: Was in der Region angebaut wird, braucht kürzere Transportwege zu den Konsumenten, verbraucht dadurch weniger CO₂ und produziert weniger Müll, da weniger Verpackungsmaterial benötigt wird.
- Gesundheit & Frische: Durch die kürzen Wege reduziert sich auch das Risiko für Verderb, was den Bedarf an Pestiziden senkt. Auch können die Lebensmittel später geerntet werden, was heißt, sie reifen länger, bilden mehr Aromastoffe und Vitamine und bleiben länger frisch und knackig.
- Wirtschaft & Soziales: Der Kauf regionaler Produkte stärkt die Strukturen und Arbeitsplätze vor Ort und macht die Lebensmittelversorgung in Pandemie- und Krisenzeiten unabhängiger.
- Transparenz: Manche sprechen zudem von einem „neuen Vertrauen in die Nähe“ und ein „Lokaleres Lebensgefühl“, denn gerade auf Wochenmärkten kann man in direkten Kontakt mit den Erzeugern kommen, Fragen stellen und ein besseres Gefühl für die Qualität der Lebensmittel bekommen.

Klimafreundlich essen – wie geht das am besten?
Viele Menschen kennen die Herausforderung: Job, Familie und volle Terminkalender und dazu soll man auch noch nachhaltig und gesund essen. Aber regional und klimafreundlich heißt nicht, alles selbst anzubauen, sondern immer mal wieder bewusster auszuwählen.
Am einfachsten ist es, regional einzukaufen, wenn die Produkte gut erreichbar sind. Und das geht heutzutage immer leichter. Wer keinen Hofladen oder Wochenmarkt in der Nähe hat, kann auch im Supermarkt inzwischen viele regionale Lebensmittel finden, gekennzeichnet durch Label wie das Regionalfenster oder Qualitätssiegel der Bundesländer.
Weitere Möglichkeiten sind das Abschließen einer Abo-Kiste, die auf kurzen Wegen direkt nach Hause geliefert wird. Oder die Mitgliedschaft bei einer SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft). Hier zahlt man vorab einen Beitrag an einen landwirtschaftlichen Hof und erhält im Gegenzug regelmäßig Anteile der Ernte. Auch eine gute Erfindung: Regiomaten. Manche Landwirte verkaufen ihre Erzeugnisse wie Eier über Automaten an ruhigen Straßen. Da heißt es: Augen offen halten.
Apps wie die RegioApp können zudem helfen, herauszufinden, wo es Hofläden, Märkte und Restaurants mit regionalem Angebot gibt.
Warum sind regionale Produkte manchmal teurer, wo sie doch weniger Transportweg haben?
Importware ist oft Massenware, die in großem Stil maschinell angebaut wird. Transporte werden mitunter von den Ländern subventioniert und die hohen Umweltkosten, die konventionelle Produkte verursachen, werden nicht mit eingepreist/besteuert.
Regionale Lebensmittel hingegen werden meist in viel kleineren Mengen produziert mit mehr menschlicher Arbeit, fairen Löhnen und höheren Qualitätsstandards.
Geht regionale Ernährung ohne Verzicht?
Das kommt auf die Einstellung zu Verzicht an. Regionale Ernährung bedeutet, die eigene Ernährung stärker an die Saison anzupassen. D.h. man verzichtet nicht auf Gemüse im Winter, aber man geht auf Lagergemüse wie Kohl oder Rote Bete oder eingelegtes oder tiefgefrorenes Obst statt frischer Tomaten oder frischer Erdbeeren.
Der einzige „Verzicht“ besteht meist darin, dass man nicht zu jeder Zeit immer alles essen kann. Im Gegenzug gewinnt man aber einiges: frische Lebensmittel mit oft besserem Geschmack, mehr Bezug zur Saison und Traditionen (traditionellen Gerichten) sowie das Wissen, etwas für die Umwelt, die Menschen und sich selbst zu tun.
Ernährung ist deine Leidenschaft?
Werde Ernährungsberater:in (IHK) und begleite andere auf ihrem Weg zu einer gesünderen Ernährung mit Wohlfühlfaktor. Im Fokus der Weiterbildung stehen die Nährstoffe, Ernährungspsychologie, Gewichtsmanagement, körperliche und mentale Gesundheit, Fitness sowie Coaching-Kompetenzen.