Fasten und gleichzeitig arbeiten? Darauf solltest du achten!
Fasten und gleichzeitig arbeiten, das klingt für viele anstrengend. Eine sogenannte Fastengrippe in der Arbeit zu bekommen mit Kopfschmerzen, Heißhunger oder schwankender Stimmung, kann im Arbeitsalltag herausfordernd sein. Auf der anderen Seite erleben einige Menschen Arbeit sogar als hilfreichen Anker in der Fastenzeit und fasten am liebsten genau dann. Ob Fasten und gleichzeitig arbeiten etwas für dich ist, wie du dich am besten vorbereitest und wie du durch die Fastenzeit kommst, ohne dich zu überfordern, darum geht es in diesem Artikel.
Warum Fasten in der Arbeit herausfordern sein kann
Beim Fasten stellt sich der Stoffwechsel um. Der Körper greift auf seine eigenen Reserven zurück und versucht Energie zu sparen. Der Blutzucker sinkt leicht ab, Fettreserven werden mobilisiert und die Verdauungsarbeit geht zurück. Dadurch verändert sich auch unsere Stimmung und die Wahrnehmung. Was wir sonst gut aushalten, kann uns dann leichter aus der Bahn werfen. Bestimmte Geräusche, Gefühle und stressige Situationen können uns während des Fastens bereits an unsere Belastungsgrenze bringen.
Gerade in den ersten Tagen berichten viele Menschen, dass sie müde und ungewohnt reizbar sind – „hangry“ auf Neudeutsch (reizbar durch Hunger – eine Zusammensetzung der englischen Begriffe „hungry“ und „angry“). Ist der Stoffwechsel aber erstmal auf das Fasten eingestellt, verschwinden die Anfangssymptome oft gänzlich und eine neue Klarheit stellt sich ein, man fühlt sich gut und ausgeglichen.
Was bedeutet das für die Arbeit
Da der Körper Energie spart, damit seine Reserven möglichst lange halten, sind viele Menschen beim Fasten etwas langsamer. Gleichzeitig fällt die intensive Verdauungsarbeit weg und der Körper braucht weniger Aufmerksamkeit, was nach den ersten Umstellungstagen zu mehr Ruhe und Klarheit im Kopf führen kann.
Für den Arbeitsalltag bedeutet das, schwere körperliche Arbeiten können anstrengender werden, genauso wie kompliziertes Multitasking. Lineare Abläufe hingegen fallen oft leichter und auch freies, kreatives Denken profitiert von der Ruhe.
Was du beim Fasten während der Arbeit unbedingt im Blick behalten solltest
- Trinkmenge: Gerade in der Arbeit und bei vielen To-Does ist man nicht selten abgelenkt und überhört das eigene Durstgefühl. Gerade beim Fasten ist Wasser aber noch wichtiger als sonst, denn ausreichend trinken hält den Blutdruck und damit den Kreislauf oben, verbessert die Denkleistung und unterstützt die Entgiftungsprozesse, die der Körper während des Fastens verstärkt.
- Temperatur: Verdauungsarbeit produziert viel Wärme. Da sie beim Fasten wegfällt, frieren die meisten Menschen beim Fasten leichter. Nimm dir in die Arbeit also am besten eine extra Strickjacke oder einen Pullover für alle Fälle mit.
- Kreislauf: Während des Fastens ist der Kreislauf schwächer. Das spürt man besonders, wenn man schnell aufsteht und einem plötzlich etwas schwindelig wird. Langsam aus dem Bürostuhl aufstehen verhindert diese Momente.
- Pausen: Fasten ist eine besondere, wohltuende aber auch anstrengende Zeit für den Körper. Immer wieder bewusst Pausen einlegen, am besten mit sanfter Bewegung an der frischen Luft für den Kreislauf hilft, den Tag über fit und fokussiert zu bleiben.
- Schlaf: Insbesondere zu Beginn des Fastens können einen Hunger und Stress wach halten, auch seelische Reinigungsprozesse können zu Gedankenkarussell oder unruhigerem Schlaf führen. Andere wiederum sprechen von einem geringeren Schlafbedarf. Wer beim Fasten weniger schläft, als er oder sie braucht, dem können Abendrituale und eine gute Schlafhygiene helfen, Nachts besser zur Ruhe zu kommen.
- Bauchgefühl: Beim Fasten ändert sich vieles und es ist wichtig, genau hinzuhören, was man gerade braucht. Durch die Ablenkung in der Arbeit ist es sinnvoll, sich am Handy kurze Wecker zu stellen, die einen stündlich daran erinnern, sich kurz Achtsamkeit zu schenken. Am besten die Augen zu machen und in sich hineinfühlen. Wo atmest du? In den Bauch? In die Brust? Ist Dein Kiefer angespannt? Ist dir kalt? Wie müde bist du? Wann hast du das letzte Mal etwas getrunken? Usw.
Wie du im Job gut für dich sorgst
Manche Menschen wollen in ihrem Job das Fasten nicht ansprechen, um nicht als „seltsam“ abgestempelt zu werden oder herablassende Kommentare zu hören. Gleichzeitig ist es aber hilfreich, wenn man das eigene Verhalten nicht verstecken muss und ein Satz wie „Ich mache gerade eine Gesundheitskur“ kann Druck herausnehmen. Das macht das Fasten viel leichter.
Sich die eigenen Ressourcen bewusst zu machen ist ebenfalls hilfreich. Wenn du weißt, dass du morgens klarer bist und mehr Energie hast, als nachmittags, dann leg anspruchsvolle Meetings oder Präsentationen in diese Zeit.
Wann du lieber nicht während der Arbeit fastest
Fasten ist keine Pflicht und es muss nicht neben der Arbeit stattfinden. Bei großer beruflicher Belastung kann es sinnvoll sein, das Fasten kürzer zu halten oder eine sanftere Methode wählen (wie z.B. Intervallfasten oder Basenfasten). Auch wenn du merkst, dass die Erschöpfung zu viel ist oder dein Kreislauf mehrmals am Tag zusammenbricht, ist es wichtig einen Gang runter zu schalten oder sogar das Fasten zu unterbrechen.
Fasten und Arbeiten können wunderbar zusammengehen, solange du es bewusst machst und den Kontakt zu dir behältst. Es geht nicht darum etwas auf Zwang durchzuhalten. Du machst Fasten, damit es dir besser geht. Darum sollte es sich stimmig für dich anfühlen. Wenn es dich überfordert, suche dir einen anderen Weg, der besser zu dir passt.