Voraussetzungen für die Ausbildung zum:zur Gesundheitsberater:in
Der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung geht heute für viele Menschen mit der Suche nach einer tiefen, sinnstiftenden Aufgabe einher (Gallup 2025). In einer Gesellschaft, in der die Bedeutung von Prävention, ganzheitlicher Gesundheit und einem langen, vitalen Leben immer stärker in das Bewusstsein rückt (die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht Healthy Ageing als eines der zentralen Gesundheitsthemen der kommenden Jahrzehnte) gewinnen qualifizierte Beratungsangebote massiv an Relevanz. Immer mehr Menschen erkennen, dass sie ihre Gesundheit aktiv mitgestalten können und suchen nach professioneller Begleitung auf diesem Weg.
Die Ausbildung zur Gesundheitsberaterin oder zum Gesundheitsberater bietet hier eine fundierte Möglichkeit, wissenschaftlich basiertes Fachwissen zu erwerben und dieses im Berufsalltag an andere weiterzugeben. Doch wer sich für diesen Weg interessiert, steht meist zu Beginn vor ganz praktischen Fragen zur Machbarkeit: Welche Grundlagen sind erforderlich, und passe ich überhaupt in das Profil?
Unsere Dozentin Dr. Heidi Braunewell zeigt auf Basis jahrzehntelanger Erfahrung in der Erwachsenenbildung, dass der Einstieg in die Gesundheitsbranche oft unkomplizierter und offener ist, als viele im ersten Moment vermuten.
Inhalte im Überblick
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung?
Für den Start in die Ausbildung zum Gesundheitsberater sind die formalen Hürden bewusst so gestaltet, dass sie einer breiten Zielgruppe offenstehen. Für die Teilnahme an unserem Zertifikatslehrgang Gesundheitsberater:in (IHK) setzen wir tendenziell einen mittleren Bildungsabschluss oder eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung voraus.
Viel wichtiger als formale Schulnoten ist jedoch das persönliche Interesse an ganzheitlichen Gesundheitsthemen, Ernährung, Bewegung und Stressregulation sowie die Bereitschaft, sich auf neue Lerninhalte einzulassen.
Da es sich um eine beratende Tätigkeit handelt, bildet die Freude am Umgang mit Menschen das eigentliche Fundament.
Du solltest die Motivation mitbringen, dich intensiv mit den wissenschaftlichen Grundlagen der Prävention auseinanderzusetzen und dieses Wissen verständlich aufbereiten zu wollen. Eine strukturierte Arbeitsweise unterstützt dich dabei, die modular aufgebauten Ausbildungsinhalte erfolgreich in deinen Alltag zu integrieren.
Ist medizinisches Vorwissen zwingend nötig?
Eine der häufigsten Sorgen vor dem Ausbildungsstart ist die Frage nach medizinischen Vorkenntnissen. Die klare Antwort lautet: Nein, ein tiefes medizinisches Vorwissen oder eine Ausbildung im Pflege- oder Therapiebereich sind keine zwingende Voraussetzung.
Die Lehrgänge an unserer Akademie sind didaktisch so aufgebaut, dass sie alle relevanten anatomischen, physiologischen und biochemischen Grundlagen von Grund auf verständlich und praxisnah vermitteln.
Natürlich schadet es nicht, wenn du bereits ein gutes Körpergefühl oder ein privates Interesse an biologischen Zusammenhängen mitbringst. Die Ausbildung holt dich jedoch genau dort ab, wo du stehst.
„In unseren Seminaren brechen wir komplexe biochemische Prozesse – wie den zellulären Energiestoffwechsel oder hormonelle Stressachsen – so herunter, dass sie auch ohne Vorkenntnisse vollkommen logisch und greifbar werden.“
Dr. Heidi Braunewell, Dozentin der Weiterbildung Gesundheitsberater:in IHK
Kann ich als Quereinsteiger in der Gesundheitsberatung starten?
Der Bereich der ganzheitlichen Gesundheitsberatung lebt von der Vielfalt seiner Akteure. In den Seminarräumen der Akademie Gesundes Leben in Oberursel sehen wir täglich: Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Weiterbildungen sind klassische Quereinsteiger. Sie kommen aus dem kaufmännischen Bereich, der Verwaltung, aus pädagogischen Berufen oder wechseln aus dem mittleren Management von Unternehmen zu uns.
Als Quereinsteiger bringst du eine unschätzbar wertvolle Außenperspektive mit: Eine ehemalige Bankkauffrau oder ein Logistikmanager kennt die typischen Belastungen des modernen Arbeitsalltags – wie chronischen Bewegungsmangel am Schreibtisch, Fehlernährung in der Kantine oder den permanenten Druck im Projektgeschäft – aus eigener, jahrelanger Erfahrung. Dieses Praxiswissen hilft dir später in deiner eigenen Beratung enorm, dich empathisch in deine Klienten hineinzudenken und alltagsnahe, realistische Konzepte zu entwickeln, die sich tatsächlich im Leben der Menschen verankern lassen.
Gibt es Altersgrenzen für die Ausbildung?
Kurz gesagt: Nein, es gibt nach oben hin keine Altersgrenzen für den Start in diesen Beruf. Eher im Gegenteil: der Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung oder Neuorientierung ist in jeder Lebensphase legitim und bereichernd. Ob mit Mitte zwanzig, während der Familienphase oder im fortgeschrittenen Erwerbsleben: Die Ausbildung steht jedem offen, der sich für ein gesundes Leben engagieren möchte.
Gerade in der Gesundheitsberatung zeigt sich immer wieder, dass es von großem Vorteil ist, über eine gewisse Lebenserfahrung zu verfügen. Wer selbst schon verschiedene Lebensphasen durchschritten, Krisen gemeistert und den eigenen Alltag organisiert hat, strahlt in der späteren Beratung oft eine natürliche Ruhe und Glaubwürdigkeit aus.
Klienten schätzen Berater, die das Leben mit all seinen Facetten und Herausforderungen verstehen.
Welche persönlichen Eigenschaften helfen mir im Beratungsalltag?
Neben dem Fachwissen, das du im Laufe der Ausbildung erwirbst, spielen persönliche und soziale Kompetenzen eine entscheidende Rolle für den Erfolg in der Praxis. Eine der wichtigsten Eigenschaften ist die Empathie. Die Fähigkeit, aktiv und wertfrei zuzuhören, ermöglicht es dir, die echten Bedürfnisse und Barrieren deiner Klienten zu erkennen. Gesundheit ist ein sehr persönliches Thema, das Vertrauen und einen geschützten Raum erfordert.
Zudem helfen dir Kommunikationsstärke und Geduld. Verhaltensänderungen, sei es bei der Ernährung oder dem Stressmanagement, geschehen selten über Nacht. Als Gesundheitsberater begleitest du Menschen auf einem individuellen Weg der Veränderung, gibst Impulse und motivierst auch dann, wenn es mal stagniert. Eine positive, lösungsorientierte Lebenseinstellung und die Freude daran, andere in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken, runden das Profil ab und machen die Tätigkeit zu einer tief befriedigenden Aufgabe.
Veröffentlicht am 05. Juni 2026
Die Autorin
Dr. Heidi Braunewell

„Ich bin Dozentin geworden, weil ich mein Wissen nicht nur für mich behalten wollte. Es macht mir einfach Freude, wenn ich andere auf ihrem Weg begleiten kann. Und dabei all das nutzen, was ich in meiner Naturheilpraxis und im Leben gelernt habe.“
Das Wichtigste in Kürze:
- Dr. Heidi Braunewell promovierte über Arzneipflanzen.
- Ihr Herzensthema ist die Naturheilkunde und die ganzheitlichen Gesundheit.
- Sie ist ausgebildete Heilpraktikerin.
- Dr. Heidi Braunewell ist Phytotherapeutin (GPT) und Mitglied des Vorstands der Gesellschaft für Phytotherapie.
- Als Buchautorin ist sie in verschiedenen Fernsehsendungen und Rundfunkinterviews als Expertin gefragt.
- Funfact: Sie ist Weltmeisterin und Weltrekordhalterin im Sport Stacking.
- Dr. Braunewell arbeitet seit 1994 an der Akademie.
- Sie lebt mit ihrer Familie in Butzbach.